Der Ottopartikelfilter (OPF)

Was bedeutet der neue Ottopartikelfilter und die Euro6d-TEMP Abgasnorm für uns Autofahrer ?

Was für neue Dieselmotoren heute Pflicht ist, wird es bald auch für Benzinmotoren geben: Den Partikelfilter.  Der Ottopartikelfilter (OPF) reduziert bei modernen Benzinmotoren mit Direkteinspritzung den Rußpartikelausstoß.

Die Ottomotoren mit Direkteinspritzung sind zwar sparsam, haben aber bisher den Nachteil das extrem kleine Verbrennungsrückstände übrig bleiben. Diese feinsten Nanopartikel im Abgas sind sehr gesundheitsschädlich. Die mikroskopisch kleinen Partikel gelangen über die Atemwege bis in die Lungenbläschen (Alveolen). Größere Partikel wie normaler Staub, Pollen und Bakterien werden durch die Nasenschleimhäute und die Flimmerhärchen in den Bronchien gefiltert. Die kleineren Nanopartikel dringen allerdings weiter vor bis in die Alveolen  und  werden dort eigentlich durch Fresszellen beseitigt. Aber bei gesundheitlich angeschlagenen und bei älteren Menschen stellen größere Mengen an Feinstaub ein Risiko da. Nanopartikel können bei ihnen bis in die Blutbahn eindringen. Die Feinstaubpartikel können zu Krebs führen, auch das Herz und die Gefäße können geschädigt werden. Das Umweltbundesamt geht von ca. 45.300 vorzeitigen Todesfällen pro Jahr aus. Diese Schätzungen beziehen sich auf den Zeitraum von 2007-2014. Weitere interessante Informationen zur Gesundheitsgefährdung findet Ihr auf der Internetseite des Umweltbundesamtes.

Um die Abgasnorm Euro6c einzuhalten dürfen Ottomotoren nur noch ca. 10 % der zur Zeit üblichen Rußpartikelmengen ausstoßen.  Außerdem wird nach den vorgaben der strengeren Real Drive Emission Tests (RDE) getestet. Firmen wie Eberspächer und Faurecia haben bereits passende Systeme entwickelt und die Serienproduktion gestartet. Volkswagen bietet als erstes den VW Tiguan 1,4 TSI und den Up GTI mit Partikelfilter an, der neue Polo wird ab Mitte 2018 mit 1,5 Liter TSI Motor bestellbar sein mit serienmäßigen Ottopartikelfilter. Audi startet mit dem A5 2,0 TFSI. Bei Mercedes sind schon S 500 Modelle mit Filtern ausgeliefert worden, weitere S-Klassen mit Benzinmotorisierung folgen. BMW wird mit Filtern für den neuen X3 starten und ab Mitte 2018 annähernd alle Benzinmotoren baureihenübergreifend mit Partikelfiltern ausrüsten. Bei Peugeot werden beim neuen 308 Facelift-Modell beim  PureTech 130 Motor Partikelfilter verbaut. Experten bezweifeln das die neuen Grenzwerte nur mit innermotorischen Maßnahmen einhaltbar sind, es ist davon auszugehen das in Zukunft so gut wie alle Hersteller auf die neue Filtertechnologie setzen werden.  Einzig Mazda scheint andere Wege zu gehen. Die neuen Skyactiv-G-Ottomotoren sollen ab September alle die Euro 6d-TEMP erfüllen und benötigen dazu keinen zusätzlichen Ottopartikelfilter laut Aussage von Mazda.

Fahrzeuge die jetzt schon die neue Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen finden Sie hier.

 

Der OPF wird zum Standard. Der Zulieferer Bosch wird in Europa keine Entwicklungen für Ottomotoren mehr durchführen, die nicht mit Partikelfilter ausgerüstet sind, wie der Geschäftsführer Rolf Bulander nun angekündigt hat. .

 

Funktionsweise des Ottopartikelfilter (OPF):

In dem Filter wird eine hochporöse und stark hitzebeständige Cordierit-Keramik eingesetzt. Die Partikel lagern sich automatisch an der porösen Oberfläche ab. Aufgrund der hohen Abgastemperaturen werden die Partikel die sich auf der Oberfläche abgelagert haben, durch das heiße vorbeiströmende Abgas aus der Brennkammer verbrannt. Somit minimieren sich die Emissionswerte deutlich. Eine aktive Regeneration (Reinigung) wie beim Dieselpartikelfilter ist im normalen Fahrbetrieb nicht nötig.

  

Am 01.09.2017 ist die neue Euro6c Abgasnorm in Kraft getreten für neu typgeprüfte Autos. Ab dem  01.09.2018 werden fast alle neuzugelassen Fahrzeuge mit einem Partikelfilter ausgestattet sein müssen. Wahrscheinlich wird es bald auch Nachrüstmöglichkeiten geben, für bereits produzierte Fahrzeuge. Bei der Nachrüstung des Ottopartikelfilters dürfte es technisch keine großen Probleme geben.  Bisher konnten wir allerdings bei unseren Recherchen noch keine Nachrüstangebote finden.

 

Es stellt sich die Frage ob mit Inkrafttreten der neuen Abgasnorm auch die Diskussion um die Einführung der blauen Plakette  wieder an fahrt gewinnt und irgendwann für Fahrzeuge, die nur die Euro5 Abgasnorm (oder schlechter) erfüllen, Fahrverbote drohen. Durch das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 27.02.2018 drohen zukünftig nicht nur Dieselfahrzeugen bis Abgas-Norm Euro 5 sondern auch älteren Benzinern die nur die Abgas-Norm Euro 3 oder schlechter erfüllen Fahrverbote.  Auf Straßen und in Stadtteilen mit besonders hoher Luftverschmutzung in Ballungszentren wird es die ersten Fahrverbote geben. Aktuell ist in Hamburg ab Mai 2018 geplant, die ersten 2 Straßen für ältere Diesel zu sperren. Man will aber erst noch die Urteilsbegründung des Bundesverwaltungsgerichtes abwarten. In Düsseldorf will man vorerst auf Fahrverbote verzichten.

Die deutsche Umwelthilfe (DUH) plant in Zukunft auch Klagen zu Fahrverboten für Benziner. Zwar rüsten die PKW-Hersteller ihre Flotten nach und nach mit dem Ottopartikelfilter (OPF) aus. Doch das geht der DUH nicht schnell genug. Es droht PKW Fahrern mit Benzin-Motoren die einen Turbo verbaut haben und noch keinen Partikelfilter besitzen, das gleiche Problem wie den Diesel-Besitzern mit Fahrzeugen bis Euro 5 Abgasnorm, dass Sie nämlich nicht mehr überall in die Großstädte einfahren dürfen.

 

 Bei der geplanten PKW-Maut die in 2019 eingeführt werden soll, wird die Abgasnorm auch eine wichtige Rolle spielen, für Autos die die neuen Abgas Normen erfüllen wird weniger Maut berechnet.